Parasiten

Alles, was für unsere Schwalben gleichermaßen gilt. (Hilfmittel, Wetter, usw.)
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kaninchenzuechter
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Parasiten

Beitrag von kaninchenzuechter » Mittwoch 25. Juli 2018, 11:56

Erst einmal gratuliere ich Dir das Du Dir eine Kamera zugelegt hast. Vor allen, wenn man Nachtsicht hat wird einen bewusst, wie schwer es unsere Schwalben haben. Ich beobachte meine Schwalben schon mehrere Jahre damit und schneide alles mit. Ich habe auch geschrieben, was ich gegen das Ungeziefer mache. Meine Schwalben haben keine Parasiten. Gewohnheitsmäßig durchsucht das Weibchen laufend das Nest nach Parasiten aber es wirft dabei nichts aus dem Nest. Es genügt, die Vögel während des Schlafes zu beobachten um Parasitenbefall zu erkennen.
Sicherlich kann man sich über meine Methode streiten. Nicht streiten sollte man sich, wenn es um die Bekämpfung der Parasiten geht. Es gibt „Naturfreunde“, die meinen, wir sollten uns nicht in die Natur einmischen. Die Personen vergessen völlig, dass unsere Schwalben Kulturfolger wurden, weil sich der Mensch eingemischt hat. Feinde der Schwalben wie z. B. Elster wurden wurden vom Hof ferngehalten. Mit den Ställen wurden ideale Lebensbedingungen geschaffen. Bei kalter Witterung sammeln sich die Fliegen in den Ställen. u.s.w.
Fast alle Vergünstigen für unsere Schwalben sind nicht mehr gegeben.
Schwalben, die ohne Parasiten aufwachsen, können Futterknappheit besser überstehen. Die Eltern sind ausgeschlafen und bringen mehr Futter. Ich sehe es an meiner zweiten Brut, die sich hervorragend entwickelt hat.
Gruß Dieter

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Bibo76
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Re: Parasiten

Beitrag von Bibo76 » Mittwoch 25. Juli 2018, 15:19

Ja, man kann sich das kaum mitansehen, was da nachts für Bewegung im Nest ist.

Habe grade das andere Nest abgeschraubt.
Als ich das Nistmaterial entfernt habe, hat mich fast der Schlag getroffen. Alles voll mit Milben und Lausfliegenpuppen/-larven.
Nach dem Gesamtzustand des Nestes zu urteilen, sieht es so aus, als wenn dies unten feucht gewesen ist - richtig gammelig und verklebt.
Ich habe beschlossen, das Nest komplett in einer fest verschlossenen Tüte zu entsorgen und erst im März ein ganz neues anzubringen.
Entweder ein selbst gebautes aus Lehm oder ein künstliches (mit einer Schicht Katzenstreu), natürlich mit entsprechender Vorbehandlung.
Evtl. fahre ich auch die harte Tour mit ARDAP, falls Ritter "Kieselgur" den derzeitigen Viechern nicht das Fürchten lehrt ;)

Wirklich, ganz schlimm...

Grüße, Pamela
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kaninchenzuechter
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Re: Parasiten

Beitrag von kaninchenzuechter » Mittwoch 25. Juli 2018, 20:41

Bibo76 hat geschrieben:
Mittwoch 25. Juli 2018, 15:19
Nach dem Gesamtzustand des Nestes zu urteilen, sieht es so aus, als wenn dies unten feucht gewesen ist - richtig gammelig und verklebt.
So etwas hatte ich auch schon einmal. Ursache war, dass ich ein Kunstnest verwendet habe. Die Ränder sind zu hoch. Küken können sich nicht aus dem Nest stürzen, bevor sie sterben. Der Kadaver bleibt im Nest und kann nicht vertrocknen. (Beton). Letztlich wird er von Fliegenmaden verzehrt. Könnte es sein, dass sich in den gezeigten Puppen Fliegen entwickeln?
Besser ist sicherlich ein Kunstnest, welches mit Katzenstreu gefüllt ist. Da ist auch der Rand nicht so hoch.
Ich verwende einfache Brettchen. Einmal hatte ich beim Reinigen das Nest am Kaninchenstall zerstört. Ich habe an der Stelle ein selbst geformtes Nest aus Lehm angebracht, welches sofort angenommen wurde. Seit dem forme ich auf den Brettchen ein Nest.
Noch ein Wort zu ARDAP.
Das Besprühen der Schwalbennester vor dem Eintreffen der Schwalben ist ein wirksames und praktikables Mittel gegen Parasiten. Schon ein Blick auf die Sprühdose lässt erkennen (man kann es auch gegen Spinnen verwenden) dass es den Herstellern absolut nicht um Naturschutz geht. Das Gegenteil ist der Fall. Hätten wir solche Hersteller nicht, hätten wir die ganzen Probleme nicht.
Gruß Dieter

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Bibo76
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Re: Parasiten

Beitrag von Bibo76 » Donnerstag 26. Juli 2018, 08:49

Du hast sicher Recht mit den Herstellern von ARDAP.
Gerne benutzt man solche Sachen ja nicht, schon gar nicht gegen die guten Spinnen. Aber ich würde ausnahmsweise auf dieses Mittel zurückgreifen, wenn alle Stricke reißen. In meinen Garten kommt kein Gift und wir haben auch keinen "Psychorasen" :D

Die Puppen können eigentlich nur irgendwelche Fliegen sein.
Ich habe ja Fotos von den fünf Eiern gemacht. Das taube Ei habe ich nach dem Flüggewerden der vier Kleinen entfernt. Also kann dort schon mal kein totes Küken gewesen sein - habe auch im Nistmaterial keinen Kadaver gefunden. Nach Internet-Recherche sind das aber auch keine Lausfliegenpuppen. Das sind ja eher so schwarze Kügelchen (die sind auch am Boden des Nestes vorhanden gewesen). Mir bereiten diese weißen Larven mit dem braunen Kopf ein bisschen Kopfzerbrechen...
Bin noch dran, das herauszufinden... :geek:

LG Pamela

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Bibo76
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Re: Parasiten

Beitrag von Bibo76 » Donnerstag 2. August 2018, 21:48

Hallihallo,

Kleiner Zwischenstand:
Es scheint etwas Ruhe eingekehrt zu sein. Nach dem Einstäuben des Nestes nebst Umgebung mit Kieselgur hält sich die Putz-Hysterie nun absolut in Grenzen...  habe vorhin zwei Lausfliegen-Puppen auf dem Boden unter dem Nest gefunden und diese erstmal beseitigt.

Neue Erkenntnisse wegen der anderen Fliegen-Puppen
(gehört hier eigentlich nicht her, aber im entfernteren Parasiten-Sinne wohl doch)
Ich habe mich nicht zurückhalten können und drei Stück davon vorsichtig geöffnet.
In den Puppenhüllen waren jeweils ca 12 weisse Mini-Larven. Nach einer kleinen Recherche müsste es sich um eine Erzwespen-Art handeln, die parasitär an Fliegenpuppen ist. Bin echt erstaunt, was da so los ist im Schwalbennest... :shock:

Man lernt nie aus - die Natur ist und bleibt faszinierend (wenn auch manchmal grausam...)

Das Rätsel um die weißen Larven mit dem braunen Kopf habe ich nicht lösen können - sind auf jeden Fall zu groß, um Erzwespen sein zu können :huh:

LG
Pamela

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